Aventin Blog: Orte
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Freitag, 27. Mai 2016

Im Hafen von Genua | Topographie | Novelle von Emmrich

Die Hafenstadt Genua hat von jeher den Horizont meiner Wünsche gefärbt wie die rosenfingrige Eos den Morgenhimmel der homerischen Helden. Es war ein goldener Tag, an dem das Glück mich in die alte Hafenstadt am Tyrrhenischen Meer verschlug.

In Genua gerät man in die alltäglich Gegenwart eines noch nicht erloschenen Mittelalters. Genua ist die Geburtsstadt des Kolumbus. Es wäre sonderbar, wenn die Historiker das nicht bezweifelt hätten. Aber die Legende stolpert nicht über plumpe Tatsachen. Nirgendwo anders als hier darf der Mann geboren sein, der den neuen Kontinent entdeckte, hier in dieser Stadt, deren kühne Befestigungen  die Vermählung des Gebirges mit dem Meer feiern, hier in dieser Stadt, die der Nabel des Mare Nostrum ist. 

Dicht drängen sich die hohen Häuser auf engem Raum. Die Straßen sind schmal und voll einer warmen Luft der Beweglichkeit, des Eifers der Hilarität. Die unbestimmten Gerüche der Waren, die aus allen Teilen der Welt in den Speichern dieser Stadt zusammenströmen, geben der Atmosphäre das Geheimnisvolle der Ferne, des Unbekannten, des Kostbaren. Die Ausdünstungen der Säcke, des geteerten Holzes, der Häute mischen sich mit Yerba vom Parana, mit Salzfisch, Ananas und Reis aus Karachi und mit Kaffee aus Santos und Java zu einer Symphonia aromatica von köstlichem Reiz für den, der die Nuancen zu unterscheiden weiß. Über allem liegt der Geruch von Meerwasser, Öl und Ruß und diese wunderbare Hitze, in der die Früchte die Köstlichkeit der vollen Reife erreichen. 

Die Fassaden der Renaissance- und Barockpaläste der alten Genueser Familien ragen aus dem Getümmel der Straßenschluchten mit ihren Giebeln bis in die Sonne hinauf. Die Reichtümer, die der Handel in die Stadt gebracht hat, haben in diesen Fassaden ihre Wiederauferstehung gefeiert. Die stillen Höfe, in denen Palmen Springbrunnen beschatten, haben etwas vom Zauber maurischer Architektur. Hier wie Jahrhunderte früher in Byzanz traf der Orient mit dem christlichen Abendland zusammen. Der Mohammedaner, der in das Seitenportal von S. Matteo seine Datteln eingebaut hat, ist hier so zu Haus wie der griechische Agent, der armenische Shipchandler, der Heuerbaas aus Amsterdam und die Jollenführer von der Insel Korsika. Die hundert Sprachen der Mittelmeerküste schwirren durcheinander in dem unbegreiflich verwirrten und unbegreiflich simplen Hafenslang, in dem man sich über die Geschäfte verständigt, die das Money bringen, das bei irgendeinem Drink irgendeines Landes in einer der zahllosen kleinen Trattorias am Hafen zur Auszahlung gelangt und an einem Tage oft dreimal verdient wird. 





Mittwoch, 23. Dezember 2015

Ein Weihnachtslicht für Alle ⋅ Münchner Frauenturmbeleuchtung


Wer sich vor über fünfzig Jahren während der Adventszeit der Stadt München näherte, konnte etwas entdecken, was es vorher noch nicht gegeben hatte: Hoch über den Dächern der Altstadt erstrahlten die Fenster der beiden Frauentürme in heimeligem Licht und verliehen der nächtlichen Stadtsilhouette einen beinahe biedermeierlichen Reiz.

Nur wenige Eingeweihte mussten, dass die Idee und Durchführung dieser Festbeleuchtung allein der Initiative eines einzelnen Münchner Bürgers zu verdanken war.

Man ist es ja gewohnt, dass Künstler immer ihre eigenwilligen Vorstellungen verwirklichen wollen. Als aber der Schwabinger Holzbildhauer Albin Schuster die dafür zuständigen Stellen für seinen Frauenturmplan gewinnen wollte, hielt man diesen für absolut absurd und undurchführbar. Nicht von ungefähr bedurfte es deshalb einer unerschütterlichen Überzeugungskraft, bis die kirchlichen und behördlichen Bedenken zerstreut und der Initiator mit Hilfe eines sachkundigen Freundes endlich ans Werk gehen konnte. Es ist nicht zuviel gesagt, dass dieses Unternehmen, von dem nur ein kleiner Kreis erfuhr, einer Pioniertat gleichkam. Denn vor allem der Aufstieg im liftlosen nördlichen Turm brachte nicht geahnte technische Probleme mit sich. Doch dies war für die beiden damals 70jährigen Männer, die mit jugendlichem Elan und ganz erfüllt von ihrem Vorhaben ans Werk gingen, kein Grund, zu resignieren. 

Ab dem Jahr 1974 gelang es somit den beiden, die Frauenturmfenster bereits zur Vorweihnachtszeit als ein Zeichen der adventlichen Hoffnung und der frohen Botschaft zum Leuchten zu bringen und sich, aber auch allen, die in diesen Wochen durch die nächtlichen Straßen und über den Kripperlmarkt gingen, eine besondere Weihnachtsstimmung zu vermitteln.





Freitag, 11. Dezember 2015

Florenz | Hauptstadt der Toskana | Florentia oder die Blühende


Florenz, Provinz-Hauptstadt der Toskana mit Sitz einer bekannten Universität und eines Erzbischofs, wird wegen ihrer malerischen Lage zu beiden Seiten des Arno auch 'la Bella' genannt. Die Stadt war vom Mittelalter an bis zur Neuzeit Mittelpunkt der geistigen Entwicklung Europas. Von hier ging auch die Schöpfung der italienischen Sprache und Literatur aus, man denke dabei an Dante Alighieri, Giovanni Boccaccio oder Francesco Petrarca, und von hier erwuchs die Blüte der italienischen Kunst.




Sehenswürdigkeiten:


Piazza della Signora  
Palazzo degli Uffizi  
Palazzo Strozzi  
Accademia di Belle Arti  
Ponte Vecchio 
Boboli-Garten 



Zur Geschichte:

  • 50 v. Chr. erhält 'Florentia' die Stadtrechte. 
  • 1282 reißen die Zünfte die Regierung an sich. Ihre Priori (Vorsteher) treten als Signoria an die Spitze der Verwaltung. 
  • 1302 wird Dante auf Lebenszeit aus seiner Heimatstadt Florenz verbannt.
  • 1434 kommt die reiche Kaufmannsfamilie Medici an die Macht. Ihre bedeutendsten Mitglieder sind Cosimo 'Il Vecchio'  und Lorenzo 'Il Magnifico' . Unter diesen beiden wird die Republik Florenz in Europa Mittelpunkt von Kunst, Wissenschaft, Handel und Geldverkehr. 
  • 1494 besetzt Karl VIII.  von Frankreich Florenz und die Medici werden Vertrieben. 
  • 1498 stirbt der Bußprediger Savonarola, ein Gegner der Medici, als Ketzer.
  • 1512 kehren die Medici nach Florenz zurück.
  • 1532 wird Alessandro di Medici von Karl V. als erblicher Herzog eingesetzt, regiert aber nur fünf Jahre. 
  • 1537 wird Alessandro von seinem Vetter Lorenzino ermordet. Nachfolger wird der junge Cosimo I.
  • 1569 wird Cosimo I. von Paps Pius V. als Großherzog bestätigt. 
  • 1737 sterben die Medici aus. Das Haus Lothringen erhält die Toskana als Reichslehen. Habsburg-Lothringen herrscht bis 1859.
  • 1865 Florenz wird Hauptstadt des neuen Königreichs Italien.










Donnerstag, 12. November 2015

Wien ist immer eine Reise wert • Mythos einer Kaiserstadt


Wohl über kaum eine andere Stadt gibt es so viele vorgefertigte Bilder wie über Wien: die Stadt der Operette, des Walzers und des Fiakers, eines Schubert und Beethoven oder das Wien, wo auch die 'Gute Alte Zeit' noch immer ihren Platz hat. Diese Stadt aber so zu beschreiben, wie sie tatsächlich ist, ohne sie der Wirklichkeit zu entrücken, ist wohl ein schwieriges Unterfangen. 

Wien ist stolz darauf, auf eine große Vergangenheit zurückblicken zu können. Nicht zuletzt bedingt durch eine überaus günstige geographische Lage, spielte Wien durch nahezu zwei Jahrtausende eine bedeutsame historische Rolle: Wien, im Herzen Europas gelegen, liegt zwischen den Alpen und den Karpaten, wo sich im sogenannten Wiener Becken uralte Verkehrs- und Handelswege kreuzen. 

Wiens Seele lässt immer wieder neue Aspekte zu. Die Stadt wurde geprägt durch die Ausstrahlung verschiedenster Kulturen. Besucher sind immer wieder überrascht, wie hier das Widersprüchlichste zur Harmonie bewegt werden kann. Wolfgang Amadeus Mozart bezeichnete Wien als den herrlichsten Ort für sich und sein Metier. Die Stadt sei der beste Ort der Welt, erzählte er jedem, den er kannte.

Kaum anderswo ist das Studium der Architektur leichter als in dieser Donaustadt, wo sämtliche Stilarten und Stilepochen vorhanden sind. Berühmt sind die Wiener Malerschule, die seit dem 14. Jahrhundert besteht und auch die Wiener Literatur, die ihren Ursprung auf 'Fahrende und Scholaren' wie auf 'Neidhart von Reuental' zurückführt. Besonders erwähnt sei hier der Minnesänger Walther von der Vogelweide (1170-1230), der bereits am Hof der Babenberger ein beredtes Zeugnis für die damalige Pflege der Musik und Dichtkunst in Wien ablegte.   

Kult sind die Wiener Kaffeehäuser, sie bilden gleichsam eine Insel der Seligen. Diese sind keine gewöhnlichen Lokale, in denen man nur Kaffee trinkt, nein, sie wollen sich vielmehr als Institution verstanden wissen, die zur Stadt gehören wie das Riesenrad oder der Stephansdom. Wien ist immer eine Reise wert.






Samstag, 6. Juni 2015

Skulpturen im Herrschinger Kurpark • Ausstellung 2015


Zum 6. Mal findet in Herrsching am Ammersee im Kurpark die Ausstellung „Skulpturen im Park“ statt. 14 Künstler mit mehreren Werken zeigen ihre aktuellen Arbeiten. 

Die Diskussion über zeitgenössische Kunst sowie die Auseinandersetzung mit den Arbeiten der einzelnen Künstler sollen zu angeregten Gesprächen mit den Besuchern des Herrschinger Kurparks führen.








Freitag, 5. Juni 2015

Schloss Blutenburg bei München Obermenzing


Das ehemalige Jagdschloss Blutenburg, ein spätgotisches Bauwerk, liegt im Westen von München. Das Schloss selbst geht auf eine Wasserburg des 13. Jahrhunderts zurück. Kern dieser ehemaligen Burg war ein Wohnturm, dessen Reste 1981 zum Teil freigelegt wurden. Die Anlage wird Anno Domini 1432 erstmals schriftlich erwähnt. Herzog Albrecht III. ließ die Anlage 1440 zu einem Landsitz umbauen. Möglicherweise wurde der Ausbau auch durch seine Beziehung zu der Baderstochter Agnes Bernauer veranlasst. Nach deren Ermordung, Agnes Bernauer wurde am 12. Oktober 1435 bei Straubing in der Donau ertränkt, bewohnte der Herzog die Blutenburg mit seiner zweiten Gattin Anna von Braunschweig.







Freitag, 22. Mai 2015

Monopteros (Tempel) im Englischen Garten zu München

Der Monopteros im Englischen Garten zu München ist ein Rundbau mit Säulen, der keinen geschlossenen Innenraum besitzt. In der Antike dienten Monopteroi unter anderem als eine Art Baldachin für ein Kultbild. 

Der Englische Garten selbst ist eine 375 ha (3,75 km²) große Grünanlage im Münchner Nordosten am Westufer der Isar und gehört damit zu den größten Parkanlagen der Welt. Die Bezeichnung rührt von den englischen Landschaftsgärten her, die von Friedrich Ludwig von Sckell bei der Gestaltung des Geländes zum Vorbild genommen wurden. 

Der etwa 16 Meter hohe Rundtempel im klassizistisch-griechischen Stil wurde nach einem Entwurf von Leo von Klenze aus Kelheimer Kalkstein errichtet. 1836 war das Bauwerk fertiggestellt. In den 1960er Jahren entwickelte sich der Hügel des Monopteros als Treffpunkt von Alternativen, Kleinkünstlern, Hippies und „Gammlern“ und trug dazu bei, den Englischen Garten über die Grenzen Münchens als Symbol zunächst der Gegenkultur und später auch der Weltoffenheit hinaus bekannt werden zu lassen. (Wikipedia)








Freitag, 8. Mai 2015

Sankt Georg und der Pfannkuchenesser • Legende aus Santorin


Auf der Insel Santorin lebte einst eine arme Frau, die einen Sohn hatte. Dieser Sohn wanderte aus, um Arbeit zu finden. Als er fort war, ging seine Mutter jeden Tag zur Kirche St. Georg und betete zu dem Heiligen, er möge doch ihrem Sohn helfen, gesund zu bleiben und gute Arbeit zu finden. Eines Tages bekam die Frau einen Brief von ihrem Sohn, darin stand, dass er viel Geld verdient hätte und bald zurückkommen werde. Als Dank brachte die Mutter, da sie nichts anders hatte, dem Heiligen einen wunderbaren Pfannkuchen, mit Zwiebeln und vielen Kräutern gebacken, zur Kirche. Kurze Zeit später besuchte ein Mann die Kirche um zu beten. Er schnupperte, ging dem Duft nach und fand den noch dampfenden Pfannkuchen. Da er gierig und hungrig war und ihm der Magen knurrte, aß er, ohne lange zu überlegen, die dem St. Georg geweihte Speise auf. Als er den letzten Bissen hinuntergeschluckt hatte, wandte er sich um und wollte die Kirche verlassen. Aber er fand keine Tür mehr. Dort, wo er hereingekommen war, sah er nur noch Mauerwerk. Er schaute sich im ganzen Kirchenraum um, fand aber keinen Ausgang. Da fiel der Mann auf die Knie, flehte den hl. Georg an und versprach ihm Geld und Reichtümer. Das hatte keinen Erfolg. Er blieb lebendig eingemauert. Schließlich sagte der Mann: "Heiliger Georg, ich bringe Dir einen Pfannkuchen, der wird genauso groß sein, wie jener, den ich hier gefunden und aufgegessen habe!" Kaum hatte er den Satz zu Ende gesprochen, da öffnete sich direkt ihm gegenüber das Mauerwerk und die Tür  war plötzlich wieder da. Der Mann lief sofort hinaus und erzählte allen, die es hören wollten, sein Erlebnis. Am nächsten Tag ging er von Haus zu Haus und lud das ganze Dorf ein: Sie sollten alle am Abend vor die Kirche kommen. Als die Bewohner am Abend auf dem Kirchplatz erschienen, staunten sie nicht schlecht. Der Mann hatte einen riesigen Berg von Pfannkuchen gebacken und jeder der wollte, durfte soviel davon essen, wie er verdrücken konnte. Natürlich wurde auch dem Heiligen Georg ein großer Stapel Pfannkuchen in die Kirche gestellt. 

Das hat allen so gut gefallen, dass das kleine Dorf auf der Vulkaninsel Santorin seit dieser Zeit jedes Jahr am gleichen Tag das Fest des Heiligen Georg vor den offenen Kirchentüren mit Pfannkuchen feiert.







Freitag, 10. April 2015

Ehem. Zisterzienserkloster Maulbronn | Topographie von H. Hesse

Im Nordwesten des Landes liegt zwischen waldigen Hügeln und kleinen stillen Seen das große Zisterzienserkloster Maulbronn. Weitläufig, fest und wohl erhalten stehen die schönen alten Bauten und wären ein verlockender Wohnsitz, denn sie sind prächtig, von innen und außen, und sie sind in den Jahrhunderten mit ihrer ruhig schönen, grünen Umgebung edel und innig zusammengewachsen. Wer das Kloster besuchen will, tritt durch ein malerisches, die hohe Mauer öffnendes Tor auf einen weiten und sehr stillen Platz. Ein Brunnen läuft dort, und es stehen alte ernste Bäume da und zu beiden Seiten alte steinerne und feste Häuser und im Hintergrunde die Stirnseite der Hauptkirche mit einer spätromanischen Vorhalle, Paradies genannt, von einer graziösen, entzückenden Schönheit ohnegleichen. Auf dem mächtigen Dach der Kirche reitet ein nadelspitzes, humoristisches Türmchen, von dem man nicht begreift, wie es eine Glocke tragen soll. Der unversehrte Kreuzgang, selber ein schönes Werk, enthält als Kleinod eine köstliche Brunnenkapelle; das Herrenrefektorium mit kräftig edlem Kreuzgewölbe, weiter Oratorium, Parlatorium, Laienrefektorium, Abtwohnung und zwei Kirchen schließen sich massig aneinander. Malerische Mauern, Erker, Tore, Gärtchen, eine Mühle, Wohnhäuser umkränzen behaglich und heiter die wuchtigen alten Bauwerke. Der weite Vorplatz liegt still und leer und spielt im Schlaf mit den Schatten seiner Bäume; nur in der Stunde nach Mittag kommt ein flüchtiges Scheinleben über ihn. Dann tritt eine Schar junger Leute aus dem Kloster, verliert sich über die weite Fläche, bringt ein wenig Bewegung, Rufen, Gespräch und Gelächter mit, spielt etwa auch ein Ballspiel und verschwindet nach Ablauf der Stunde rasch und spurlos hinter den Mauern. 
Auf diesem Platz hat schon mancher sich gedacht, hier wäre der Ort für ein tüchtiges Stück Leben und Freude, hier müßte etwas Lebendiges, Beglückendes wachsen können, hier müßten reife und gute Menschen ihre freudigen Gedanken denken und schöne, heitere Werke schaffen. Die Stiftung, auf deren Kosten die Seminaristen leben und studieren dürfen, hat hierdurch dafür gesorgt, dass ihre Zöglinge eines besonderen Geistes Kinder werden, an welchem sie später jederzeit erkannt werden können - eine feine und sichere Art der Brandmarkung. Mit Ausnahme der Wildlinge, die sich je und je einmal losreißen, kann man denn auch jeden schwäbischen Seminaristen sein Leben lang als solchen erkennen.

Das Kloster Maulbronn ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Ortsmitte von Maulbronn. Die Anlage gilt als die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Hier sind alle Stilrichtungen und Entwicklungsstufen von der Romanik bis zur Spätgotik vertreten. Das Kloster Maulbronn ist seit 12/1993 Weltkulturerbe der UNESCO. (Wikipedia)








Freitag, 13. März 2015

Piran • malerische Kleinstadt an der Adria • Slowenien


Piran ist eine schöne Kleinstadt im Südwesten Sloweniens an der Adria gelegen. Mit vielen engen Gassen und dicht aneinander gereihten Häusern, ihrer herrlichen Lage und ihrer graziösen Altstadt mit venezianischer Architektur bietet die Stadt an der Slowenischen Riviera eine malerische Kulisse.   

Erstmalig wird die Stadt im 7. Jahrhundert erwähnt. Das Land Istrien wurde aber bereits im Jahr 177 v. Chr. von den Römern erobert. Nach der Besetzung durch die Franken kam Istrien an die Mark Friaul. 843 wurde die Stadt vom Italienischen Königreich einverleibt und 952 dem Deutschen Kaiserreich, genauer gesagt dem Herzogtum Bayern, zugesprochen. Im Jahre 976 gelangte die Stadt zum Herzogtum Kärnten und wurde anschließend von den Patriarchen von Aquuileia annektiert. Die Großmacht Venedig besetzte sie im Jahre 1283. Die Österreicher hatten das ganze Gebiet in den Jahren 1797 - 1805 inne. Durch das kaiserliche Österreich wurde eine Wohlstandszeit eingeläutet, die durch die Wiederbelebung der Salzproduktion eingeläutet wurde. Durch den "Rapallo-Vertrag" kam das Gebiet  und die Stadt nach dem ersten Weltkrieg wiederum zu Italien. Erst nach dem Volksbefreiungskampf 1941-1945 ging Piran im slowenischen Staat auf.  

Als besonderes Schmuckstück und Zentrum des städtischen Lebens wird der restaurierte Tartiniplatz betrachtet. Er entstand im Jahr 1894, als der damals an dieser Stelle liegende, zu klein gewordene und als Müllkippe verwendete Hafen endgültig zugeschüttet wurde. Mitten auf dem Platz steht das Denkmal für den Komponisten Giuseppe Tartini als überlebensgroße Bronzestatue. Zu den schönsten Gebäuden des Platzes gehören neben dem klassizistischen Rathaus an der Nordseite das rechts davon gelegene rote gotische Patrizierhaus. Das "Venezianerhaus" wurde von einem reichen aus Venedig stammenden und dort verheirateten Kaufmann für seine in Piran lebende Geliebte gebaut.






Mittwoch, 4. März 2015

Prag • Die goldene Stadt • Tschechien

Prag, auch die goldene oder die Stadt der 1000 Türme genannt, ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik und politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Staates. Darüber hinaus ist die Stadt aber auch ein bedeutendes europäisches Kulturzentrum mit einer Reihe von Theatern, Museen, Galerien, Ausstellungssälen und Veranstaltungen. Im Jahre 1992 wurde der historische Stadtkern in das Verzeichnis des Weltkulturerbes der UNESCO eingetragen.

Seit jeher trafen sich in Prag Händler, Handwerker, Bauherren, Architekten, Bildhauer, Musikanten, Schriftsteller, Maler, Wissenschaftler und Reisende, sie alle prägten das heutige Stadtbild. So finden wir in der Stadt bekannte Denkmäler wie z.B. die Prager Burg, die Karlsbrücke, das Altstädter Rathaus, die Altstadt, das Judenviertel, das Kloster Břevnov und andere wunderschönen Barockpaläste, welche von Besuchern gern gesehen und bewundert werden. Zu den großen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen ebenfalls das Obecní dům (Stadthaus), das Haus U Černé Matky boží (Zur Schwarzen Gottesmutter) und das sog. Tanzende Haus. Prag ist sicherlich eine Reise wert, was nicht nur Menschen wie Wolfgang Amadeus Mozart, Rainer Maria Rilke und Albert Einstein, welcher als Professor der Physik an der Prager Karls Universität von 1911-1912 lehrte, zu schätzen wussten.







Montag, 1. Oktober 2012

Gent in Flandern | Hauptstadt von Ostflandern


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Gent (niederländisch [ɣɛnt], französisch Gand [gɑ̃]) ist eine Stadt in Flandern. Sie ist zugleich die Hauptstadt der belgischen Provinz Ostflandern und des Arrondissements und Wahlbezirks. Gent entstand aus keltischen Ansiedlungen im Gebiete des Zusammenflusses von Schelde und Leie. Im Mittelalter wuchs Gent durch den blühenden Tuchhandel zu einer der größten Städte Europas heran. Auch Flachs- und Leinengewerbe und das von der Stadt erworbene Stapelrecht auf Getreide trugen ansehnlich zur Wohlfahrt der Stadt bei. Nach einer kurzen calvinistischen Periode verfiel die Stadt zusehends bis zur erneuten Blüte gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als Gent zu einer der ersten industrialisierten Städte auf dem europäischen Festland wurde. Im Hof ten Walle, dem späteren Prinzenhof, wurde am 24. Februar 1500 der spätere Kaiser Karl V. geboren. In der Stadt wurden auch die Pazifikation von Gent (1576) und der Friede von Gent (1814) unterzeichnet. Gent wird auch die stolze Stadt (de fiere stad) oder Arteveldestadt genannt. Aufgrund ihrer Lage in einem ausgedehnten Gebiet von Blumen- und Pflanzenzüchtungsbetrieben wird Gent darüber hinaus auch Blumenstadt genannt. Patronheilige von Gent sind Sankt Lieven und Pharaïldis. Der Heilige Bavo ist Patronheiliger des Bistums Gent, nach ihm ist die Sankt Bavo Abtei benannt. (Wikipedia) 






Samstag, 22. September 2012

Weinlese vor Schloß Saumur | Kalenderblatt September

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Ein Kalenderblatt aus dem unvergleichlichen Stundenbuch des Herzogs von Berry. Ein Stück porträtierter Landschaft, die Verdute eines der herzoglichen Schlösser, mit spürbar echter Stimmung und Beleuchtung. 

Thema des Monats September ist die Weinlese vor Schloss Saumur. Die Turmspitzen mit ihren hohen Windfahnen, die Lilienornamente auf den Zinnen, die zwanzig schlanken Schornsteine, das blüht alles wie ein wildes Beet hoher weißer Blumen in der dunkelblauen Luft. Das Blatt, das eine unglaubliche Beobachtung und Genauigkeit verrät, stammt nur in der oberen Hälfte von den drei Brüdern aus Limburg, der untere Teil ist später  entstanden, fügt sich aber der Atmosphäre des Ganzen glücklich ein.

Dass diese paradiesische Welt, vom Schloss her gesehen, auch ihre Schatten hat, beschreibt Ulrich von Hutten in einem Brief an seinen Freund Pirkheimer: "Und welch ein Lärm! Da blöken die Schafe, brüllt das Rind, bellen die Hunde, auf dem Feld schreien die Arbeiter, die Wagen und Karren knarren, und bei uns zu Hause, die wir nahe an den Wäldern wohnen, hört man auch die Wölfe heulen. Jeden Tag kümmert und sorgt man sich um den folgenden, immer ist man in Bewegung, immer in Unruhe. Da müssen die Äcker umgegraben und wieder umgegraben werden, ist in den Weinbergen zu arbeiten, Bäume muss man setzen, Wiesen bewässern, Schollen brechen, säen, düngen, das Getreide schneiden, dreschen, nun ist die Zeit der Ernte, nun die Weinlese. Ist es dann ein schlechtes Jahr, dann herrscht oft furchtbare Not, furchtbare Armut. Da gibt es dann nichts, was einen nicht zu jeder Stunde aufregt, verwirrt, ängstigt und zermürbt." (Aus dem Stundenbuch des Herzogs von Berry)






Montag, 20. Februar 2012

Karneval in Venedig | Commedia dell' arte | Italien

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Der große Karneval in Venedig ist mit seiner Maskenfreiheit, seinen Tierhatzen, Herkulesspielen und Feuerwerken der bekannteste neben denen von Florenz und Rom. Der Fasching dauert allgemein vom Fest Epiphania (6. Januar) bis zum Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch; in Venedig fängt der Karneval jedoch bereits am Stefanitag (26. Dezember) an. Bis 1796 folgte ihm während der Himmelfahrtsmesse stets ein kleineres Fest. Der Begriff „Carnevale di Venezia“ wurde erstmals 1094 in einem Schriftstück des Dogen Vitale Falier verwendet. 



Ausgehend von den italienischen Fürstenhöfen entwickelten sich seit dem Spätmittelalter immer prunkvollere und aufwändigere Formen des Karnevals. Zu Lebzeiten Casanovas im 18. Jahrhundert erreichte der Karneval seine größte Pracht, zugleich wurden die Sitten immer lockerer. 1797 verlor die Adelsrepublik durch Napoléon Bonaparte ihre Selbstständigkeit und wurde bis 1805 bzw. 1806 an Österreich angegliedert. Die damit verbundenen Verbote und die gesellschaftlichen Veränderungen im 19. Jahrhundert brachten den Karneval in Venedig für fast 200 Jahre zum völligen Erliegen. Erst 1980 fand die alte Tradition ihre Fortsetzung als Touristenattraktion. Seitdem sieht man in den 10 Tagen vor Aschermittwoch auf Venedigs Straßen und Plätzen wieder die klassischen Masken und die historischen Kostüme, allerdings auch immer mehr Phantasiemasken. Zugleich wurden verschiedene traditionelle Veranstaltungen wieder aufgegriffen. So ist zum Beispiel die Theaterform der Commedia dell’arte auf die Bühne zurückgekehrt und wird sowohl im Theatersaal als auch im Freien aufgeführt. (Wikipedia)







Donnerstag, 27. Oktober 2011

Stadt Landshut | Niederbayern | Landshuter Hochzeit

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Landshut, gegründet 1204, war bis 1255 Residenzstadt der Wittelsbacher. Als Hauptstadt des Herzogtums Bayern erlebte der Ort unter der Herrschaft der bekannten drei "reichen" Herzöge Heinrich, Ludwig und Georg seine Glanzzeit.  Dank ihrer Lage an der Isar und am Kreuzpunkt alter Handelstrassen gelegen, wurde schon damals die mittelalterliche Stadt Landshut weltberühmt. Der 131m hohe und nur aus Ziegeln gemauerte Martinsturm ist einmalig auf der Welt und gilt auch heute noch als Symbol für das Selbstbewusstsein der Bürgerschaft. 


aventin.blogspot.comDie historische Altstadt mit der Stadtresidenz, einem italienischen Bau mit einer Vielzahl beeindruckender Wand- und Deckenmalereien, sowie die Burg Trausnitz mit der berühmten Narrentreppe und ihren Motiven der Commedia dell´Arte, gehören zu den Wahrzeichen der Stadt. 


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Nicht vergessen sollte man, einmal an der Landshuter Hochzeit, welche alle vier Jahre mit mehr als 2000 Mitwirkenden nachgespielt wird, teilzunehmen. Sie zeigt als glanzvolles äußeres Zeichen die ehemals herausragende Stellung der Landshuter Herzöge.  Die prunkvolle Hochzeit Herzog Georgs des Reichen mit der polnischen Königstochter Hedwig, zu welcher neben vielen hochrangigen Adeligen des Deutschen Reiches auch Kaiser Friedrich III. anwesend war, fand 1475 statt. 



Heute ist Landshut Regierungssitz von Niederbayern und geprägt von industriellem Wachstum. Nahe an der Stadt München und am Münchner Flughafen gelegen, zeigt sich der Ort als eine moderne Stadt mit historischem Zentrum, dessen Geschichte noch lebendig ist. 











Montag, 24. Oktober 2011

Sonnenuntergang an der Adria | Gedicht von Rudolf Presber

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Das ist meiner Sehnsucht Stunde,
Wenn die Sonne still versinkt
Und aus weißer Wolken Wunde
Rotes Blut der Abend trinkt;
Wenn die kühlen Düfte steigen
Würziger aus Busch und Beet,
Und ein dunkeläugig Schweigen
Durch des Gartens Schatten geht.

Sieh, dann liegt in tausend Schmerzen,
Von des Tages Speeren wund,
Meine Sehnsucht dir am Herzen,
Und mein Mund sucht deinen Mund.
In des Traumes Taumelwonne
Drück' ich deine kleine Hand,
Die du fern bist, wie die Sonne,
Die im Purpur dort verschwand ...






Freitag, 14. Oktober 2011

Im Süden | Der Gardasee | Foto von Aventin


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Der Gardasee (italienisch Lago di Garda oder Bènaco), einer der Oberitalienischen Seen, ist der größte See Italiens. Sein antiker Name lautete von etwa 200 v. Chr. bis 800 n. Chr. Lacus benacus. Der Name soll von einer alten Gottheit namens Benacus abstammen. Der Gardasee wurde durch den Rhätischen Gletscher in der vergangenen Eiszeit geformt, dessen Spuren man noch heute verfolgen kann, insbesondere durch die Endmoränen um das Südufer z. B. bei Lonato del Garda, Solferino, Valeggio sul Mincio und Custoza. Erste Besiedlungen des Seeufers datieren um das Jahr 2000 v. Chr. 








Majestätischer Schwan | Ammersee bei München | Foto Aventin


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Der Ammersee ist nach dem Chiemsee und dem Starnberger See der drittgrößte See in Bayern (unter den Seen, die ausschließlich in Bayern liegen) und der am weitesten nach Norden reichende Voralpensee. Der See ist Eigentum des Freistaates Bayern, für dessen Verwaltung die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen zuständig ist.

Der See hat eine Fläche von rund 47 Quadratkilometern und eine maximale Tiefe von etwa 80 Metern. Die am südlichen Seeende gelegene Schwedeninsel ist durch die fortschreitende Verlandung schon zu einer Halbinsel geworden und wird irgendwann ganz mit dem Ufer verschmelzen.








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