Aventin Blog: Ziel
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Montag, 27. Juni 2016

Die Fabel von den Fröschen | Suggestion | Allegorische Weisheit


Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf die höchste Spitze eines großen Baumes zu gelangen. Am Tag des Wettlaufs versammelten sich also viele Frösche, um zuzusehen.

Dann endlich - der Wettlauf begann. Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Statt die Läufer anzufeuern, riefen sie deshalb "Oh je, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder "Das ist einfach unmöglich!" oder "Das schafft Ihr nie!" Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf. Das Publikum schrie weiter: "Oh je, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" Und wirklich gaben bald alle Frösche auf - alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Baum hinauf kletterte - und als einziger das Ziel erreichte. 

Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war. Einer der anderen Teilnehmer-Frösche näherte sich ihm deshalb, um zu fragen, wie er es geschafft hätte, den Wettlauf zu gewinnen. Und da erst wurde allen bekannt, dass dieser Frosch taub war!

Lehre: 
Manchmal gereicht ein Mangel auch zum Segen!


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Freitag, 11. September 2015

Vom Suchen und Finden • Philosophie • Hermann Hesse


"Wenn jemand sucht", sagte Siddhartha, "dann geschieht es leicht, dass sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, dass er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur immer an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist. 

Suchen heißt: ein Ziel haben. 

Finden aber heißt viel mehr: frei sein, offen stehen und kein bestimmtes Ziel haben. 

Viele Menschen sind in der Tat nur Suchende, denn, nur einem bestimmten Ziel nachstrebend, sehen sie manches nicht, was nah vor ihren Augen steht." 



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Freitag, 3. Juli 2015

Vom Irrtum befangen • Maximen und Reflexionen • Johann Wolfgang von Goethe

Gar oft im Laufe des Lebens, mitten in der größten Sicherheit des Wandels bemerken wir auf einmal, dass wir in einem Irrtum befangen sind, dass wir uns für Personen, für Gegenstände einnehmen ließen, ein Verhältnis zu ihnen erträumten, das dem erwachten Auge sogleich verschwindet; und doch können wir uns nicht losreißen, eine Macht hält uns fest, die uns unbegreiflich scheint. Manchmal jedoch kommen wir zum völligen Bewusstsein und begreifen, dass ein Irrtum so gut als ein Wahres zur Tätigkeit bewegen und antreiben kann. Weil nun die Tat überall entscheidend ist, so kann aus einem tätigen Irrtum etwas Treffliches entstehen, weil die Wirkung jedes Getanen ins Unendliche reicht. So ist das Hervorbringen freilich immer das Beste, aber auch das Zerstören ist nicht ohne glückliche Folge.

Der wunderbarste Irrtum aber ist derjenige, der sich auf uns selbst und unsere Kräfte bezieht: dass wir uns einem würdigen Geschäft, einem ehrsamen Unternehmen widmen, dem wir nicht gewachsen sind, dass wir nach einem Ziel streben, das wir nie erreichen können. Die daraus entspringende tantalisch-sisyphische Qual empfindet jeder nur um desto bitterer, je redlicher er es meinte. Und doch sehr oft, wenn wir uns von dem Beabsichtigten für ewig getrennt sehen, haben wir schon auf unserm Wege irgendein anderes Wünschenswerte gefunden, etwas uns Gemäßes, mit dem uns zu begnügen wir eigentlich geboren sind.


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Dienstag, 24. Februar 2015

Büffel- oder Ziegenbraten | Entscheidung | Fabel Indonesien


Ein Indonesier erhielt für den gleichen Tag zwei Einladungen: Ein Freund an der Flussmündung veranstaltete ein Ziegenschlachtfest, ein anderer am Oberlauf des Wassers versprach Büffelbraten und leckeren Klebereis. "Wohin gehe ich nun?", sprach der Geladene zu sich selbst und schnalzte mit der Zunge, denn Ziegenfleisch war sein Lieblingsessen. Auf Büffelbraten mit Klebereis wollte er aber auch nicht verzichten. Nachdem er lange hin und her überlegt hatte, schritt er endlich flussaufwärts. Nach einer Stunde aber hielt er inne und sagte zu sich: "Ein Büffel ist ein gewaltiges Tier, das nicht so rasch verzehrt werden kann. Da komme ich später immer noch zurecht. Ich nehme zunächst den süßen Ziegenbraten als Vorgericht." Also wendete er und lief der Mündung zu. 

Als er nach einem langen Marsch eben das Dorf des Freundes erreicht hatte, begegnete ihm eine lustige Gruppe von Menschen, und er fragte sie, woher sie kämen. "Vom herrlichen Ziegenschlachtfest - es ist eben vorüber -, wir sind satt und fröhlich!" Da bekam der Mann einen großen Schreck, machte kehrt und eilte spornstreichs zum Dorf am Oberlauf. "Da werde ich mich am Büffelfleisch mit Klebereis doppelt schadlos halten. Und die Anstrengung gibt guten Hunger!" 

Endlich langte er schweißbedeckt am Ziele an. Rings um die Hütte des Freundes duftete es wundervoll nach Büffelbraten und Klebereis; doch drinnen war es merkwürdig still. Da trat auch schon der Gastgeber heraus, freudig rot im Gesicht, und rief verwundert: "Warum kommst du so spät? Die Geladenen sind eben fortgegangen und alles ist aufgegessen worden." 






Dienstag, 20. Januar 2015

Die Schildkröte und der Hase | Der Wettlauf | Fabel von Aesop

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Der Hase verspottete einst die Schildkröte wegen ihrer Langsamkeit. "Du magst ein Schnellläufer sein", entgegnete diese, "aber ich werde dich trotzdem im Wettlauf besiegen." -- "Mit dem Maul bist du vorne dran", antwortete der Hase, "aber probier's mal im Ernst, dann wirst du was erleben!" Der Wettlauf wurde vereinbart. Der Fuchs steckte die Bahn ab und sollte den Sieger verkünden. 

Unbekümmert um den Spott des Hasen machte sich die Schildkröte sogleich auf den Weg; der Hase aber, dem die Sache zu langweilig wurde, gedachte erst einmal ein Schläfchen zu halten. Dabei verschlief er gründlich und hatte es nun sehr eilig, ans Ziel zu kommen. Wie überrascht war er aber, die geschmähte Schildkröte dort vom Fuchs bereits als Siegerin ausgerufen zu finden.

Lehre:
Unterschätze nie deinen Gegner, denn wer zuletzt lacht, lacht am Besten.







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